Die Lüge als Methode der BRD-Politik

DIE WELT heute in Hochform: Sie philosophiert über die „dialektische Beziehung zwischen der inneren Wahrheit von langfristig angelegtem politischen Handeln einerseits und kontrafaktischer tagespolitischer Deklamation andererseits“. Sprich, es geht um die Lügen der deutschen Politiker. Die Führung durch Lüge erklärt Ulrich Clauß zur Erfolgsmethode. Na dann, auf die nächsten 66 Jahre BRD-Lügenpolitik.

Quelle:

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article145157262/Transferunion-Die-Geschichte-wird-Merkel-recht-geben.html

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Euro auf der Intensivstation: Grösste Kapitalflucht der Wirtschaftsgeschichte droht

Der Schlagabtausch zwischen Brüssel und Athen geht weiter. Die Euro-Finanzminster fordern von Griechenland konkrete Zusagen für Reformen im eigenen Land, Griechenland fühlt sich platt gemacht und legt mit Pfändung deutschen Eigentums nach. Die Eskalationsspirale dreht sich immer weiter.

In den Medien wird dabei der Eindruck erweckt, hier stünde eine erfolgreiche Eurozone gegen ein korruptes und kaputtes Griechenland. In Wirklichkeit liegen aber beide Streithähne bereits auf der Intensivstation. Seit letzten Sommer hat der Euro rund 25 Prozent seines Wertes verloren. Wir spüren das noch nicht in unserem Binnenmarkt, aber weltweit gesehen hat unsere Währung dramatisch an Wert eingebüßt. Die Europäische Zentralbank EZB heizt mit ihrer Geldpumpmaschine den Aktien- und Immobilienmarkt an. Gefährliche Blasen drohen, gerade weil alle Experten sagen, es drohe keine Blase und zum Investment raten. Wir kennen das ja: Wenn der Optimismus überschäumt, dann ist der Knall schon fast zu hören.

Dazu kommt, dass in den USA bald Zinserhöhungen kommen könnten. Auch das setzt den Euro unter Druck. Darüber hinaus gibt es Gerüchte am Markt, dass die EZB Schwierigkeiten hat, für ihre Anleihen genug Käufer zu finden. Die deutsche Bank sieht die Eurozone vor der größten Kapitalflucht der Wirtschaftgeschichte. Rund 1 Billion Euro werden pro Jahr das Währungsgebiet verlassen und den Wert des Euro weiter untergraben.

Man sieht also, die Eurozone wankt am Abgrund und hat keinen Grund, sich besser zu fühlen als Griechenland. Beide hängen an den Apparaten der Finanzjongleure … bis irgendwann jemand den Stecker zieht.

von Dr. Christian Weilmeier

Quellen:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/devisen-euro-stuerzt-unter-1-06-dollar/11487504.html

http://www.teleboerse.de/devisen/Euro-faellt-auf-tiefsten-Stand-seit-12-Jahren-article14670086.html

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/39136-euro-reset-flucht-in-dollar

http://www.welt.de/wirtschaft/article138275451/Zauberlehrling-Draghi-fuerchtet-die-85-Cent-Prognose.html

Gut, dass wir die Griechen haben!

Jetzt regen sie sich wieder auf über die Griechen: Politiker, Journalisten und BILD-gesteuerte Wutbürger. Ich bin aber der Meinung, wir können den Griechen dankbar sein. Warum?

Die Griechen, besser gesagt die neue griechische Regierung, legt den Finger in die Wunde einer verfehlten Rettungspolitik. Durch den Widerstand der Griechen kommt jetzt eine interessante Zahl an die Öffentlichkeit: 77 Prozent der finanziellen Hilfen an Griechenland im Gefolge der Krise gingen an den Finanzsektor. Geradestehen für die Hilfen müssen aber alle griechischen Bürgerinnen und Bürger. Im Klartext: Wir haben die Banken gerettet und zwar auch unsere eigenen Banken, die mit 271 Mrd. Euro in griechischen Papieren investiert waren. Die ganzen Jahre aber schlugen wir mit dem Knüppel auf die Griechen, weil die gefälligst unsere „Hilfen“ abarbeiten sollten. Ein hohes Maß an Heuchelei und Selbstgefälligkeit. Das selbstbewusste Auftreten der Syriza-Regierung spült jetzt Tatsachen an die Oberfläche, die gerne verdrängt werden.

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras wirft den EU-Verhandlern darüber hinaus vor, die neue griechische Regierung untergraben zu wollen. Bei den Verhandlungen sei ein für Griechenland akzeptabler Kompromiss-Vorschlag vor Beginn der Verhandlungen zurückgenommen und durch ein konfrontatives Papier ersetzt worden. Ziemlich undurchsichtige Vorgänge. Hier spielt wohl jemand falsch.

Die Tatsachen müssen auf den Tisch. Nur wenn wir die Fakten sehen, dann ist der Euro zu retten. Wir brauchen eine neue Solidarität gegen die Machenschaften des Finanzsektors in Europa. Er lebt auf Kosten von uns allen. Die Banken gerieren sich als Säulen der Wirtschaft, ohne sie drohe Hunger und Untergang. Wer das glaubt, wird nicht selig. Gut, dass wir die Griechen haben.

von Dr. Christian Weilmeier

Quellen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/eurokrise-hat-die-eu-griechenland-gerettet-oder-banken-a-1018964.html

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/griechenland/alexis-tsipras-kritisiert-schaeuble-soll-andere-bemitleiden-13434088.html

EU: Hinterzimmerpolitik als falsches Dogma – Syriza macht es richtig

Es ist doch wirklich erstaunlich, wie sich manche in den Medien aufregen müssen über die Aktionen der neuen Syriza-Regierung in Griechenland. Da hagelt es Kritik und Belehrungen am laufenden Band. Eine der „schlimmsten“ Vorwürfe ist es, dass die neue Athener Regierung auf offener Bühne agiert und ihre Wahlversprechungen umsetzt.

Alexander Kritikos im Handelsblatt gerät dabei richtig in Zorn: die neue griechische Regierung mache sich keine Freunde damit, in der EU müsse man schweigen und sich dann im Hinterzimmer ohne Öffentlichkeit zusammensetzen, alles andere schickt sich doch nur für, offenbar dumme und überflüssige, Wahlkämpfe.

Nein, Herr Professor für Volkswirtschaftslehre. Entgegengesetzt zu Ihrem Namen sind Sie völlig unkritisch, was die EU-Politik anbelangt. Oder soll es für immer so weitergehen, dass Parteien im Wahlkampf etwas vollmundig versprechen, dann den selben halten und sich in den Hinterzimmern über den Tisch ziehen lassen. Ich finde es im Gegenteil sehr professionell, dass die Regierung Griechenlands jetzt Stärke zeigt, Unerschrockenheit, Konsequenz und Glaubwürdigkeit. Sie ist bereit zum offenen Konflikt und bricht damit die ungeschriebenen Regeln. Das verschafft ihr Respekt. Sie wuchert mit den Pfunden, die sie hat und bleibt glaubwürdig gegenüber der eigenen Bevölkerung. Gerade diese Glaubwürdigkeit wird sie brauchen, wenn sie den Griechen im Gefolge der Reformen einiges zumuten soll.

von Dr. Christian Weilmeier

Der Link zum Artikel im Handelsblatt:

http://www.handelsblatt.com/politik/international/griechenland-und-die-troika-tsipras-schiesst-nur-eigentore/11317798.html

Was Syriza von Pegida unterscheidet

In den letzten Monaten haben wir in Dresden große Demonstrationen der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, PEGIDA, erlebt. Haupttenor der Reden war die Warnung vor Islamisten, radikalen Moslems, Moslems, Asylsuchenden, Ausländern und dann irgendwann allem, was nicht so ist, wie man selbst. Es ging nicht um die großen Probleme der Zeit wie Euro-Krise, prekäre Lebensverhältnisse in immer mehr Staaten Europas, unsichere Arbeitsverhältnisse, zunehmende soziale Ungerechtigkeit, Wiederkehr des Krieges oder auch zunehmender Materialismus und Konsumismus unter den Menschen in einer immer egoistischeren Gesellschaft.

Nein, das alles war bei Pegida nicht das Thema. Man suchte sich einen einfachen Ausweg und griff die Schwachen in der Gesellschaft an, suchte sich unschuldige Sündenböcke. Ich spreche jetzt davon, was die Redner verbreiteten und was überwiegend zu sehen war. Es kann gut sein, dass manche Demonstranten auch wegen z.B. Armutsrenten auf die Straße gingen, aber der Tenor war ein anderer und darum geht es. Jeder, der teilnahm, wusste das.

Ganz anders hingegen Syriza in Griechenland. Hier werden nicht die Schwachen bequem zu Sündenböcken erklärt, sondern man greift die Verantwortlichen für die Probleme an, die politisch Mächtigen, die Wirtschaftsführer, die Entscheider. Syriza hat über Jahre die Finger in die Wunden gelegt, war dort, wo es wirklich brennt und hat sich eingesetzt für die Opfer einer verantwortungslosen Politik. Sich mit den Mächtigen anzulegen, kosten natürlich mehr Mut, als die Schwachen zu Sündenböcken zu erklären. Im Grunde ist PEGIDA eine feige Bewegung und darum war ich von Anfang an dagegen.

von Dr. Christian Weilmeier

Nach Griechenland-Wahl: EU beginnt Hatz auf Tsipras

Die ersten Entscheidungen des neuen griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras haben den bekannten Beißreflex der EU ausgelöst: Wer nicht spurt, auf den wird scharf geschossen. Und so rollt jetzt die Diffamierungswelle gegen die neue griechischen Regierung und insbesondere Tsipras an.

In Zukunft nichts verpassen und gleich hier meinen YouTube-Kanal abonnieren:
https://www.youtube.com/channel/UCDht7mNN2yPH_vupxUsZS0g

Euro-Krise: Griechenland darf nicht der Sündenbock sein

Es ist gut, dass sich in Griechenland die Euro-Befürworter durchgesetzt haben. Damit kann Griechenland nicht mehr zum Feindbild stilisiert werden. Weder Griechenland noch die Banken sind Feinde. Es ist fatal, Länder oder Personengruppen zu Sündenböcken zu erklären. Die Ursache der Krise liegt im Euro-System selbst, so wie es konzipiert wurde. Jetzt wird es schwieriger für die EU-Mächtigen. Der Verschleiß geht weiter in x Verhandlungen. Als die Finanzkrise vor 5 Jahren aufkam, da dachte jeder, es ginge schnell vorbei. Jetzt sind wir immer noch drin. Das Gleiche gilt wohl auch für den Euro. Uns könnten noch viele Jahre der Krise bevorstehen. Wichtig ist, dass man nie bequemen Feindbildern folgt, sondern bei der Wahrheit bleibt. Diese wird sich am Ende durchsetzen.