Gauland holt Kulturkampf aus der Mottenkiste

Ich würde ja gern meinen Blog zur Gauland-freien Zone erklären, aber es ist immer so erheiternd, was er sagt. Seine neueste Einlassung: Gläubige Muslime sind so nach Mekka orientiert, dass sie eigentlich als Beamte, Politiker und Staatsdiener jeglicher Art nicht tragbar sind. Erinnert euch das an was? Ja, der gute alte Kulturkampf aus dem 19.Jahrhundert lässt grüßen. Damals waren alle Katholiken verdächtig und wurden diskriminiert, weil die angeblich auf Rom hören (Ultramontanismus) und nicht auf den Deutschen Kaiser. Katholiken galten als unsichere Kantonisten. So empört sich heute Islamkritiker über die Muslime äußern, so empört äußerte sich damals das „aufgeklärte“ Bürgertum über den „fundamentalistischen“ und radikalen Papst Pius IX. und alle, die den auch noch gut fanden. Ja und überhaupt beteten die „Katholen“ alle auf Latein und nicht auf Deutsch. Damals ein weiterer angeblicher Beweis für mangelnden Patriotismus.

Wie ging das aus? Das katholische Milieu wurde zusammengeschweißt und es formierte sich mit der Zentrumspartei eine Speerspitze des politischen Katholizismus, die später dann zu einer der wichtigsten Stützen der Reichspolitik wurde. Der Kulturkampf ging nach hinten los. Gauland weiß dies auch alles, aber er verkauft uns halt alle so gern als dumm, wie ich über seine Späße lachen kann.

von Dr. Christian Weilmeier

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