Frankreich am Abgrund

Frankreichs glückloser Präsident Hollande will es wissen und versucht die Arbeitsrechtsreform mit Hilfe des herrschenden Notstandsrechts durchzudrücken. Die Proteste dagegen werden immer extremer bis hin zu Körperverletzungen. Ein Land im Ausnahmezustand, im wahrsten Sinne des Wortes, denn in Frankreich gilt noch immer der formell erklärte Ausnahmezustand. Allein das ist schon ein Unding, so lange das Ausnahmerecht in Geltung zu lassen. Fast hat man den Eindruck, es sei für die herrschenden Poltiker ganz bequem so.

In den Medien wird jetzt oft geschrieben, dass Frankreich endlich diese überfälligen Reformen tätigen sollte, dann könnte es wieder zu Deutschland aufschließen. Die Lage ist aber komplexer. Es geht heute nicht mehr um die schöne neoliberale Welt, in der man nur ein paar Reformen, sprich Liberalisierungen, machen muss und dann ist alles gut. Dieser naive Wirtschaftsglaube der letzten Jahrzehnte bröckelt immer weiter ab. Was die Lage so dramatisch macht, ist eben gerade, dass die einfachen Rezepte fehlen. Die Franzosen wissen ja, dass es so nicht weitergehen kann, ihnen fehlt aber der Glaube an die einfachen Rezepte der Globalisten. Diese sind so unglaubwürdig geworden, wie die streikenden, kommunistischen Gewerkschafter. Das ist der Abgrund, an dem Frankreich steht. Und nicht nur Frankreich, sondern alle Staaten Europas. Das ist ein Grund für das Aufbegehren, das oft noch mit irrlichternden Rezepten hausieren geht. Noch kennt niemand den neuen Weg und bis dahin werden die alten Gespenster beschworen.

von Dr. Christian Weilmeier

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