Ein Muslim als Bundespräsident?

Navid Kermani wird als Bundespräsidenten-Kandidat gehandelt. Sofort toben Leute gegen ihn los mit Schaum vor dem Mund. weil ja ein Muslim nicht deutsches Staatsoberhaupt werden darf. Wie abgrundtief dumm und bösartig pervers dieses Gejaule ist, das merkt man, wenn man sich mit Kermani etwas beschäftigt hat. Es geht bei ihm um ein echtes religöses Ringen gerade in der Auseinandersetzung mit dem Christentum, das natürlich für den politischen Oppositions-Mainstream und die heuchlerischen Kultur-Christen völlig unverständlich ist. Kermani ist ein Mann des Ausgleichs, der aber auch hart die gegenwärtige deutsche Politik kritisiert. Ein Mann, der kein Blatt vor dem Mund nimmt, dankbar gegenüber Deutschland ist und aneckt, wenn es sein muss auch beim linksliberalen Mainstream der Süddeutschen Zeitung. Da hat er meinen Respekt. Chancen auf das Präsidentenamt hat er sowieso nicht, denn dazu braucht man einen politisch erfahrenen Heuchler und der ist er nicht.

Habermas: postsäkulare Gesellschaft, Postsäkularismus

Im Jahre 2001 hat Jürgen Habermas den Begriff der postsäkularen Gesellschaft in die Debatte geworfen. Seither hat der Begriff eine Karriere erlebt, gerade in Zeiten, in denen von einer Wiederkehr der Religionen die Rede ist. Vielfach wurde dieser Begriff aber auch missverstanden. Im Video erkläre ich, was Habermas damit ursprünglich meinte und was er konkret für das Verhältnis von religiösem und säkularem Teil der Gesellschaft bedeutet.

Brexit: Will Britain Perish?

Politics is not mathematics. You cannot compute exactly the consequences of a Brexit. There are several legitimate views on that. In camp and Out camp in Britain are leading a war of arguments these days. The Remain campaign is drawing a horror scenario if Britain gets out of the EU. Let’s take a closer look at the validity of some of these allegations.

If Britain leaves the EU, the first and foremost question would be if Britain nevertheless can participate in the common European market some way. The Remain campaign argues that if Britain leaves, it would took a decade to negotiate a new trade agreement with the EU. In the meantime the British economy was seeing a phase of insecurity. If we look at the realities in Europe then we are to assume that the EU commission will try to avoid such insecurity despite warnings that EU commission wants to punish Britain. I think within a few years Britain could get duty-free access to the European market again. Certainly, Britain will have to make concessions to obtain this goal, but the British ship will not sink as fear-mongerers from the Remain campaign are insinuating.

Next problem is the job question. Indeed, leaving the EU could cost Britain some jobs, but also being in the EU empirically costs jobs. It’s crucial how you analyse the situation and the prospects. To be open, nobody is able to really predict what will happen. To take an optimistic stance, it is quite possible that a Britain outside the EU experiences a mental and economic boom. When you have to stand on your own feet again, you possibly unleash new power to deal with problems.

On the other hand, Britain will see severe problems concerning foreign relations. A Brexit will disrupt the meticulously negotiated diplomatic network between European states. Also the United States will be not amused if Britain is no more a part of the EU. British power and recognition could diminish because Britain is no part of big EU anymore. Nevertheless, the world will get accustomed to an independent Britain and if its power really diminishes in fact depends on British politics and the role it choses to compensate lacking influence within the EU. Surely, an independent Britain will confound European politics but this needn’t be harmful to a fossilized continent. Risks are not necessarily a bad thing, but if you an adherent of stability at any price, you will assess the situation differently.

If I were British, I would vote in favour of EU. Britain has so much advantages from being a member of the EU and is already playing a special role. Britain for example doesn’t take part in the Schengen treaty, so that it has nearly full control over its borders.On the other hand, it is absurd to draw doomsday scenarios if Britain is leaving the EU. It will survive. If better or worser in the end, nobody really knows because politics even is not mathematics.

by Dr. Christian Weilmeier

Sachsen ist das neue Mekka

Petry gegenüber neuem Hausverlag Springer: Die Grundgesetzwidrigkeit des Islam ist eine Tatsache. Es sei jetzt halt nur noch das Problem zwischen frommen Muslimen, radikalen Muslimen und Islamisten zu unterscheiden. Auch diese Unterscheidung werden die Experten im Islam-Referat der AfD bald hinkriegen. Die Kompetenz zur Interpretation des Islam liegt ja längst nicht mehr in Mekka, sondern in Sachsen. Das deutsche Volk wartet sehnlichst auf eine Klärung der Islam-Frage, erst dann wird Deutschland frei sein von Ausbeutung, Bankstern und volksfernen Bürokraten.

von Dr. Christian Weilmeier

Gauland holt Kulturkampf aus der Mottenkiste

Ich würde ja gern meinen Blog zur Gauland-freien Zone erklären, aber es ist immer so erheiternd, was er sagt. Seine neueste Einlassung: Gläubige Muslime sind so nach Mekka orientiert, dass sie eigentlich als Beamte, Politiker und Staatsdiener jeglicher Art nicht tragbar sind. Erinnert euch das an was? Ja, der gute alte Kulturkampf aus dem 19.Jahrhundert lässt grüßen. Damals waren alle Katholiken verdächtig und wurden diskriminiert, weil die angeblich auf Rom hören (Ultramontanismus) und nicht auf den Deutschen Kaiser. Katholiken galten als unsichere Kantonisten. So empört sich heute Islamkritiker über die Muslime äußern, so empört äußerte sich damals das „aufgeklärte“ Bürgertum über den „fundamentalistischen“ und radikalen Papst Pius IX. und alle, die den auch noch gut fanden. Ja und überhaupt beteten die „Katholen“ alle auf Latein und nicht auf Deutsch. Damals ein weiterer angeblicher Beweis für mangelnden Patriotismus.

Wie ging das aus? Das katholische Milieu wurde zusammengeschweißt und es formierte sich mit der Zentrumspartei eine Speerspitze des politischen Katholizismus, die später dann zu einer der wichtigsten Stützen der Reichspolitik wurde. Der Kulturkampf ging nach hinten los. Gauland weiß dies auch alles, aber er verkauft uns halt alle so gern als dumm, wie ich über seine Späße lachen kann.

von Dr. Christian Weilmeier

Seehofer – Seepferdchen im politischen Haifischbecken

Der Streit zwischen CDU und CSU geht immer wieder in eine neue Runde. Ob zum Gaudium des Publikums, das sei dahingestellt. Damit man den Kampf der Schwesterparteien nicht nur als Krampf sieht, müsste eine wichtige Bedingung erfüllt sein: Die CSU lässt ihren Worten auch Taten folgen.

Genau das ist aber in letzter Konsequenz nie der Fall. Immer wieder fährt Seehofer der Merkel an den Karren, eine echte Alternative hat er aber nicht anzubieten. Es geht nur um die Profilierung und die Befriedung der angeblichen Erwartungen der Basis. Die CSU hat vor allem Angst. Angst um ihre Mehrheit, Angst vor Machtverlust, Angst vor Bedeutungsverlust. Die Partei ist ein Angstbeißer.

Kreuth fand nicht statt, die CSU hat sich damals in den 1970er Jahren nicht bundesweit ausgedehnt. Das erfolgte aus guten Gründen, die auch heute gelten. Die CSU ist auf Gedeih und Verderb auf die CDU angewiesen. Sie versucht nur ihren Wählern etwas anderes weiszumachen. Dazu kommt der zunehmende Bedeutungsverlust der Bundesländer, die immer kleineren Speilräume in der Landespolitik. Das Feld für die CSU wird immer enger. Ihre Taktik ist stets gleich: Vollmundige Forderungen stellen und dann wenn es ernst wird kneifen. Als Entschädigung bekommt sie wieder Geld für Straßen oder andere Lokalinteressen. Das ist kein schlechter Deal, die Menschen vor Ort freuen sich. Das pompöse Auftreten der CSU wirkt aber mit der Zeit nur noch lächerlich. Ein Relikt aus früheren Zeiten. Seehofer ist nur ein Seepferdchen im Haifischbecken der Politik.

von Dr. Christian Weilmeier