Mesut Özil in Mekka

Respekt Mesut Özil … und übrigens ein klasse Kommentar des Tagesspiegels (Link siehe unten). Er verweist auf die anti-religöse Haltung hinter der Integrations- und Islamdebatte. Ein Faktum, das auch immer wieder in meinen Postings auftaucht und das ich auch der AfD vorwerfe. Im Grunde geht es darum, dass AfDler und Konsorten vor wirklich religösen Menschen Angst haben, weil sie allein durch ihre Existenz den praktischen oder auch theoretischen Atheismus dieser Leute irritieren. Man will seine Ruhe haben und kleidet das in eine pseudo-aufgeklärte Islamkritik. Im Grunde geht es gegen jede Konfession. Petry fordert ja schon die Abschaffung des christlichen Religionsunterrichts.  Meine Position ist glasklar: Den Eifer für Gott werde ich niemandem vorwerfen. Diese Kraft ist größer als kleingläubiges Kritikastertum. Erneuerung kommt aus der Kraft und nicht aus der Schwäche.

von Dr. Christian Weilmeier

Link zum Artikel:

http://www.tagesspiegel.de/politik/pilgerfahrt-nach-mekka-mesut-oezil-und-die-ganz-grosse-oekumene/13637808.html

 

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6 Gedanken zu “Mesut Özil in Mekka

    • Danke sehr. Im Bereich der Politik erlaube ich mir auch polemische bzw. sehr kontroverse Beiträge, die natürlich nicht vergleichbar sind mit meinen Philosophievideos. Trotzdem freue ich mich, wenn Sie beides interessiert.

  1. Mit Verlaub, ein überaus schwacher und oberflächlicher Kommentar.
    Da wird nahezu schwärmerisch die Pilgerreise und Gläubigkeit des Herrn Özil hervorgehoben und mit Hinweis auf einen ebenso schwachen Beitrag im Tagesspiegel die entsprechen Defizit bei Frau Merkel oder Herrn Klopp herausgestellt. Mal abgesehen davon, dass viele Menschen mit „Inbrunst im Herzen“ nach Rom, Jerusalem, zum Kailasch oder wohin auch immer pilgern, von denen Sie bislang nie sprachen, ist die Folgerung, dass bestimmte Menschen vor wirklich religiösen Menschen Angst haben und deshalb irritiert sind, reichlich abwegig.
    Ich vertrete keine religionskritische Position gegenüber dem Christentum, dem Buddhismus, irgendwelchen Naturreligionen,etc. wohl gegenüber dem Islam.
    Dazu Ihr erstes Urteil: Man will seine Ruhe haben. Das ist richtig. Es ist mein gutes Recht, durch eine Religion nicht belästigt zu werden. Eine Religion, die jedoch massiv in den öffentlichen Bereich eingreift, tut genau das und es ist das gute Recht aller, die das so sehen, ihre Bedenken, ohne beschimpft zu werden, äußern zu können.
    Mit Ihrem zweiten Urteil: Man äußert eine pseudo-aufgeklärte Islamkritik – bleiben sie unter Ihren Möglichkeiten.
    Ein Zitat von aus dem Hauptstadtbrief 126. Ausgabe 2014, Titel: „Ein Teil der Gesellschaft wendet sich ab“ von Heinz Buschkovsky (S.78)
    „Ich habe exemplarisch zusammengetragen und niedergeschrieben, was sich da tagtäglich abspielt in einem Stadtteil von Großstadtausmaß mit 320 000 Menschen, von denen 140 000 aus allen Himmelsrichtungen zusammengeweht wurden. Wir sind ein Einwanderungsland, und Einwanderung bringt neue Einflüsse – das ist nun einmal so. Aber wie verändert sich eigentlich unser Land? Wie verändern sich unsere Lebensregeln?
    Wenn ich heute aus dem Fenster sehe im Rathaus Neukölln, dann dominiert bei den Passantinnen unten auf Donau- und Karl-Marx-Straße eindeutig klassisch traditionell muslimische Kleidung, sprich: Verschleierung. Und da frage ich mich: Auf welchem Weg sind wir?“
    Oder:
    „Wir haben es, alltägliche Beispiele aus dem Umfeld Schule machen das exemplarisch deutlich, mit einer schleichenden Landnahme zu tun: Wenn etwa eine Klasse mit drei muslimischen Mädchen eine Klassenreise macht, dann muss mittlerweile eine Person mitfahren, um sie auf der Reise muslimisch zu betreuen. Nun haben wir ja bei uns Klassen mit 95 Prozent Muslimen und vielleicht drei katholische Mädchen. Käme
    jemand auf die Idee, ein Pastor müsse mitfahren, um die drei Mädchen unterwegs katholisch zu betreuen?“
    etc.etc. Lesen Sie selbst.
    Nicht der gläubige Mensch macht mir Angst, sondern eine Religion, die unter dem Segel der Religionsfreiheit
    die Gesellschaft umgestalten will.
    Beste Grüße
    W.H.

    • Erst einmal: Niemand kann, soll und will Ihre Ängste wegreden oder so tun, als wären sie gar nicht da. Das wäre eine Negation der Wirklichkeit. Ich persönlich sehe aber in Ihren Darstellungen kein Problem. Verschleierte Menschen sind für mich keine Bedrohung, sondern ein Ausdruck der Religiösität. Wobei ich mich jetzt aus der Debatte raushalte, ob das unbedingt zum Islam gehört oder nicht, das sollen die Muslime entscheiden. Der Islam ist eine lebendige Religion, in der durch ständige Debatten neue Wege gegangen und alte verlassen werden können. Muslimische Betreuer auf einer Klassenreise, warum nicht? Muslime nehmen die Religion einfach ernster wie viele von uns. Sehen Sie nach Russland: Da werden Klöster und Kirchen fast am Fließband gebaut, die Menschen wenden sich immer stärker der Religion zu. Bei uns wird überall dicht gemacht und das liegt wahrhaftig nicht an der Einwanderung, sondern an unserer eigenen Haltung. Die mentale Kluft Russlands zu uns steigt. Manchmal hat man das Gefühl, in Russland wäre man auf einem anderen Planeten. Die westeuropäische und vor allem deutsche Haltung ist ein Inselphänomen. Man will es erhalten durch Abschottung. Hier geht es nicht um die Erhaltung der Nation, sondern um die Erhaltung eines zeitgeistigen Zerrbilds von Nation.

      • Noch kurz zwei Anmerkungen:
        A) Ihren Hinweis auf die Erhaltung eines geistigen Zerrbildes von Nation verstehe ich nicht. Die aktuell deutlicher werdende Betonung des nationalen, der Nation, ist doch eine Rückbesinnung auf eine Entität, die hier in Deutschland aus bekannten Gründen bislang obsolet war. Ich erinnere an die de Gaullesche Position vom Europa der Vaterländer, an die Betonung nationale Souverentität bei den osteuropäischen Staaten, an die Bestrebungen GB Kompetenzen in die nationale Verantwortung zurück zu holen. Diese Strömungen sind, realistisch bewertet, doch kaum zeitgeistige Verirrungen.
        B) Mit Verlaub:Ihre Einstellung zu dem von Buschkovsky beschriebenen Fall der muslimischen Betreuung auf Klassenfahrten scheint mir ziemlich naiv und gefährlich zu sein. Ein Bericht in Weltonline beleuchtet die Problematik:
        http://www.welt.de/vermischtes/article155758623/Muslime-beten-aus-Protest-vor-der-TU-Berlin.html
        Hier will man die Einrichtung eines Gebetsraumes in der Universität erzwingen.
        Es geht bei den muslimische Aktivitäten um private Religionsausübung, nicht um Beten oder Beachtung muslimischer Vorschriften, es geht darum, den öffentlichen Raum letztlich unter die Herrschaft von Religion zu bringen.
        Beste Grüße
        W.H.

      • Finde ich völlig verständlich, dass die Muslime das machen. Würde ich an ihrer Stelle auch tun. Die im Artikel erwähnte Trennung von Staat und Religion gibt es übrigens bei uns nicht. Der Staat zieht die Kirchensteuer ein, finanziert die Priesterausbildung etc. etc. Das Konzept der GG ist nicht laizistisch, auch wenn das oft geglaubt wird. Nation und nationale Interessen müssen mit Inhalt gefüllt werden, das ergibt sich nicht von selbst. Was derzeit inhaltlich von manchen Bewegungen darunter verstanden wird, das ist für mich ein Zerrbild. PS: Übrigens Danke für Ihre Kommentare, auch wenn wir nicht einer Meinung sind.

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