Zinssenkung und Währungskrieg

Die Europäische Zentralbank EZB bleibt ihrem Kurs treu, sie hat die Zinsen wieder gesenkt. Der Leitzins wurde von 0,05 Prozent auf null Prozent gesenkt. Der Strafzins für Bankeinlagen von Geschäftsbanken bei der EZB wurde nochmals verschärft von 0,3 auf 0,4 Prozent. Diesen Zins müssen Geschäftsbanken zahlen, wenn sie Geld kurzzeitig bei der EZB parken. Das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen wird nochmals forciert von 60 Mrd. Euro pro Monat auf 80 Mrd. Euro pro Monat ab April 2016.

Die EZB versucht damit, nach eigenen Angaben, die Inflation auf 2 Prozent zu steigern, derzeit liegt diese nur bei 0,1 Prozent, um die Wirtschaft anzukurbeln. Dies funktioniert aber nicht und die EZB weiß das. Der eigentliche Grund der Aktion: Die EZB sitzt längst in der Falle. Sie muss die Zinsen immer mehr senken, damit die hoch verschuldeten Länder Südeuropas nicht in die Pleite rutschen. Sie riskiert damit, in Deutschland zur Blasenbildung, z.B. auf dem Immobilienmarkt, beizutragen und den Sparer zu schädigen. Darauf kann Draghi aber keine Rücksicht nehmen. Wenn sich jetzt in Deutschland Politiker und Verbandsvertreter darüber beschweren, dann muss man ihnen sagen, dass sie doch immer für den Euro und ein einiges Europa waren. Jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen.

Dazu kommt, dass sich die Welt in einem Währungskrieg befindet. Die Staaten versuchen, sich über Wechselkurse gegenseitig Wirtschaftswachstum wegzunehmen. Die US-Notenbank Fed verfolgt einen Kurs der Zinserhöhung und geht damit einen anderen Weg.  Draghis Weg kann die Märkte immer weniger überzeugen, seine Aktionen lösen nur mehr ein Strohfeuer aus. Langsam wird es eng für die EZB.

von Dr. Christian Weilmeier

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