Peter Singer: Präferenzutilitarismus und Person-Begriff

Peter Singer und sein Präferenzutilitarismus sind ein Dauerbrenner im Ethik-Unterricht, zudem ist Singer in der deutschen Öffentlichkeit sehr umstritten. Ich erkläre seine zentralen Thesen kurz und einfach, damit man versteht, warum sich alle über den Mann aufregen.

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Luftnummer-Optionen im Kampf gegen den IS

An allen Ecken und Enden wird der Kampf gegen den IS gepredigt. Jetzt müsse aber endlich aufgeräumt werden. Ein paar Elite-Soldaten reinschicken, bambam und fertig. So stellt sich das der Normal-Journalist vor, wenn er seine überlegungsfreien Artikel schreibt. Es ist notwendig, die Optionen einmal wirklich zu durchdenken.

Luftangriffe: Diese werden schon länger durchgeführt und sie haben durchaus Wirkung. Der IS kann kaum noch einen längeren Konvoi durch sein Herrschaftsgebiet schicken, ohne beschossen zu werden. Auch Tanklaster werden getroffen, was für den IS Einnahmeverluste bringt usw. Besiegen kann man den IS damit aber nicht. Luftangriffe allein sind dafür nicht ausreichend.

Bodenoffensive der Anti-IS-Koalition: Ein paar Elite-Soldaten genügen dafür nicht, aber mit einigen zehntausend Soldaten könnte man in der Tat den IS vernichten. Allerdings bedeutet das blutige Kämpfe, vor allem wenn sich IS-Kämpfer zur Endschlacht in die Städte zurückziehen. Letztendlich wäre ein Sieg möglich. Allerdings würde dieser Sieg nichts bringen. Die Anti-IS-Streitmacht befände sich dann in der Position einer Besatzungsmacht. Wie das ausgeht, konnte man im Irak und in Afghanistan beobachten. Die Bevölkerung akzeptiert keine Fremdherrschaft, schon nach kurzer Zeit entstünde eine neue Terrortruppe und das Spiel begänne von neuem.

Bodenoffensive von einheimischen Soldaten, ausgerüstet und trainiert von der Anti-IS-Koalition: Das hört sich schon besser an und ist daher auch die zurzeit favorisierte Option. Alles toll sagen die westlichen Strategen. Wir formen eine regionale Armee, bilden die z.B. in der sicheren Türkei aus und schicken sie dann nach Syrien. Dort besiegen sie den IS und werden von der Bevölkerung als Einheimische akzeptiert. Zwei Dinge werden dabei allerdings nicht bedacht: Die USA haben so etwas schon versucht und sind damit grandios gescheitert. Es fanden sich kaum zuverlässige Kämpfer, von den wenigen, die sich fanden, sind viele abgehauen und haben ihre Waffen verkauft. Darüber hinaus: Welches Bild ruft eine von auswärtigen Mächten aufgestellte, im Ausland geschulte und mit einem ausländischen Auftrag versehene Truppe hervor? Richtig, das Bild einer Söldnerarmee. Schnell käme der Vorwurf auf, das seien doch alles bezahlte US-Söldner, denen könne man nicht trauen. Womit wir wieder beim Thema Besatzungsmacht wären, siehe oben.

Es wird deutlich, alle bisher auf dem Tisch liegenden Optionen erweisen sich näher besehen als Luftnummer. Die Lehre der Geschichte lautet: Wer einen Krieg beginnt, sollte wissen, wie er wieder rauskommt. Wir sollten uns zugestehen, dass wir noch nicht genug wissen und uns nicht aus Überheblichkeit und Selbstgewissheit jetzt in einen Krieg stürzen.

von Dr. Christian Weilmeier

Neue Studie: Amerikaner haben die Schnauze voll

Eine neue PEW-Studie belegt, wie sehr das amerikanische Volk von der herrschenden Politik genug hat. Drastisch formuliert: Sie haben die Schnauze voll.

Nur 19 Prozent vertrauen der Regierung „immer oder die meiste Zeit“

Nur jeder fünfte US-Bürger ist der Meinung, dass die staatlichen Programme gut organisiert werden

22 Prozent der Amerikaner sind „wütend“ auf die Regierung, 57 Prozent „enttäuscht“

55 Prozent der Amerikaner sind der Meinung, dass der „einfache Bürger“ besser die Probleme der USA lösen könnte als die Abgeordneten

76 Prozent halten die US-Demokratie für käuflich. Das große Geld regiere.

Die Mehrheit der Amerikaner ist überzeugt, dass die „Mainstream-Medien“ einen schlechten Einfluss auf die Entwicklung der USA haben.

Das sind Zahlen, die verständlich machen, warum viele Amerikaner einen Bruch wollen und um jeden Preis neue Leute an der Spitze sehen möchten.

von Dr. Christian Weilmeier

Quellen:

http://www.sueddeutsche.de/politik/stimmung-der-us-buerger-zahlen-die-donald-trumps-erfolg-erklaeren-1.2751554

Hier der Link zum Original der Studie http://www.people-press.org/2015/11/23/beyond-distrust-how-americans-view-their-government/

http://www.people-press.org/files/2015/11/11-23-2015-Governance-release.pdf

http://www.people-press.org/files/2015/11/11-23-2015-Governance-release.pdf

http://www.people-press.org/files/2015/11/11-23-2015-Governance-release.pdf

Untertanen kämpfen schlecht

Nach den Anschlägen von Paris hat Frankreichs Präsident Hollande den Ausnahmezustand verkündet. In diesem Augenblick verständlich, ging es doch darum, innerhalb von Stunden die Täter ausfindig zu machen. Der Ausnahmezustand ermöglichte rasche Hausdurchsuchungen, Überwachungsmaßnahmen etc. Jetzt jedoch soll der Ausnahmezustand um mehrere Monate verlängert werden, über den aktuten Notfall hinaus.

Das Gleiche in Brüssel, auch hier wird der Ausnahmezustand immer weiter verlängert. Die Schulen dürfen wieder öffnen, das Sonderrecht bleibt aber bestehen.

An diesen Beispielen sieht man die große Gefahr nach den Anschlägen von Paris. Europa könnte in eine Art Dauer-Ausnahmezustand rutschen. Bürgerrechte werden suspendiert, die Demokratie beschränkt. Mit der Zeit wird das die Bürgergesellschaft schwächen und das demokratische Rechtsbewusstsein erodieren lassen.

Man kann verstehen, dass Politiker vielleicht übervorsichtig agieren und nur ja keinen Fehler machen wollen. Niemand will sich vorwerfen lassen, er habe irgendetwas unterlassen, was gegen einen Anschlag geholfen hätte. Was wir jetzt brauchen, sind aber keine ängstlichen und übervorsichtigen Gremienpolitiker, sondern Staatsmänner. Nur aus der Freiheit heraus kann der Kampf erfolgreich sein. Untertanen kämpfen schlecht.

von Dr. Christian Weilmeier