Euro auf der Intensivstation: Grösste Kapitalflucht der Wirtschaftsgeschichte droht

Der Schlagabtausch zwischen Brüssel und Athen geht weiter. Die Euro-Finanzminster fordern von Griechenland konkrete Zusagen für Reformen im eigenen Land, Griechenland fühlt sich platt gemacht und legt mit Pfändung deutschen Eigentums nach. Die Eskalationsspirale dreht sich immer weiter.

In den Medien wird dabei der Eindruck erweckt, hier stünde eine erfolgreiche Eurozone gegen ein korruptes und kaputtes Griechenland. In Wirklichkeit liegen aber beide Streithähne bereits auf der Intensivstation. Seit letzten Sommer hat der Euro rund 25 Prozent seines Wertes verloren. Wir spüren das noch nicht in unserem Binnenmarkt, aber weltweit gesehen hat unsere Währung dramatisch an Wert eingebüßt. Die Europäische Zentralbank EZB heizt mit ihrer Geldpumpmaschine den Aktien- und Immobilienmarkt an. Gefährliche Blasen drohen, gerade weil alle Experten sagen, es drohe keine Blase und zum Investment raten. Wir kennen das ja: Wenn der Optimismus überschäumt, dann ist der Knall schon fast zu hören.

Dazu kommt, dass in den USA bald Zinserhöhungen kommen könnten. Auch das setzt den Euro unter Druck. Darüber hinaus gibt es Gerüchte am Markt, dass die EZB Schwierigkeiten hat, für ihre Anleihen genug Käufer zu finden. Die deutsche Bank sieht die Eurozone vor der größten Kapitalflucht der Wirtschaftgeschichte. Rund 1 Billion Euro werden pro Jahr das Währungsgebiet verlassen und den Wert des Euro weiter untergraben.

Man sieht also, die Eurozone wankt am Abgrund und hat keinen Grund, sich besser zu fühlen als Griechenland. Beide hängen an den Apparaten der Finanzjongleure … bis irgendwann jemand den Stecker zieht.

von Dr. Christian Weilmeier

Quellen:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/devisen-euro-stuerzt-unter-1-06-dollar/11487504.html

http://www.teleboerse.de/devisen/Euro-faellt-auf-tiefsten-Stand-seit-12-Jahren-article14670086.html

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/39136-euro-reset-flucht-in-dollar

http://www.welt.de/wirtschaft/article138275451/Zauberlehrling-Draghi-fuerchtet-die-85-Cent-Prognose.html

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