Brokkoli statt Burger: Der Staat als Gesundheits-Gouvernante

Die Deutsche Adipositas Gesellschaft DAG: Das Problem der Fettleibigkeit werde weltweit massiv unterschätzt. Die Adipositas-Epidemie mittels freiwilliger Maßnahmen einzudämmen, müsse als gescheitert betrachtet werden. Darüber hinaus fordert ein internationales Wissenschaftlerteam neue Ernährungsrichtlinien seitens des Staates mit Reglementierung von Preis und Verfügbarkeit von Lebensmitteln. Der Verzehr von gesunden Lebensmitteln dürfe nicht durch die Bewerbung von ungesunden Lebensmitteln behindert werden.

Der Staat kommt immer mehr in die Rolle der Gesundheitspolizei. Beim Rauchen war ich für Verbote und habe dafür geworben, gerade in Gaststätten. Wenn einer raucht, dann schädigt er auch den Nachbarn, der das nicht will. Das gilt aber nicht für Essen und Trinken. Was jetzt droht, das ist der Staat als Gesundheits-Gouvernante. Jeder soll essen, was er will, ohne dass ihm Parteien im Bundestag je nach Mehrheitslage was Anderes reinwürgen wollen.

Darüber hinaus ist doch gar nicht klar, was gesund ist und was nicht. Müssen wir jetzt alle Tofu essen? Vegan oder vegetarisch oder Paleo oder was auch immer.  Das kann nicht von oben entschieden werden. Zudem gilt: Die Menge macht das Gift. Das wird viel zu wenig beachtet. In der Ernährung der indischen Yogis, dem Sattvik z.B. gilt der Grundsatz, dass auch das gute Lebensmittel schlecht wird, wenn man zu viel davon isst. Ein vernünftiger Grundsatz. Klar gibt es eher ungesunde Lebensmittel wie Burger und eher gesunde wie Brokkoli. Das ist aber nicht immer so eindeutig. Also Staat, lass die Finger davon.

von Dr. Christian Weilmeier

Quelle:

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/uebergewicht-bei-kindern-und-jugendlichen-nimmt-weltweit-weiter-zu-a-1019140.html

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