Streit Russland-EU schadet Europa

Gerade ist Russland-EU-Gipfel: Russland und die EU drangsalieren sich gegenseitig. Die EU schwadroniert permanent davon, die Abhängigkeit von Russland verringern zu wollen, würdigt keinen Fortschritt und streut immer nur Salz in die Wunden. Russland fühlt sich von Europa abgelehnt, ein altes Trauma, und spielt mit der asiatischen Karte. Was wieder dazu führt, dass man glaubt, es mit der Demokratisierung nicht mehr so ernst nehmen zu müssen.

Die Missverständnisse nehmen zu, obwohl die wirtschaftliche Zusammenarbeit immer enger wird. Ich weiß nicht, warum sich Europa und Russland stets so auseinanderdividieren lassen. Nur zusammen hat man eine wirkliche Zukunft, nur zusammen schöpft man das volle Potenzial aus. Treibt doch einfach mal ein paar Jahre die Zusammenarbeit voran, ohne ständig als Oberlehrer aufzutreten und dann zieht Bilanz. Oder kann die EU keine Politik, sondern nur Besserwisser und Oberlehrer? Dann brauchen wir sie nicht, dann macht sie mehr kaputt, als dass sie aufbaut.

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Bankenunion und der EU-Absolutismus

Diese Woche wird die EU wohl eine zentrale Bankenaufsicht beschließen. Daraus wird schon bald die Bankenunion folgen. Ein weiterer Schritt in die Zentralisierung. Die EU baut sich zum Superstaat aus, als wäre sie ein Verein von absoluten Monarchen. Man agiert im Stile von Ludwig XIV. Der gerne bemühte Vergleich mit den USA ist völliger Quatsch. Die USA entstanden aus einer Revolution. Die Gründung hatte eine Basis im Volk. Man wird sehen, ob ein Staat überlebensfähig ist, der in einem Überraschungscoup ohne die Bevölkerung gegründet wird.

Die EU, das moderne Utopia

Die Neuzeit begann mit den großen Utopien, wie z.B. Thomas Morus “Utopia”. Dort malte man sich eine Welt aus, wie man sie sich als Idealziel vorstellte. Im Gegensatz zum angeblich dunklen Mittelalter zuvor. Geplant von der Vernunft, ersonnen am grünen Tisch. Jeder machte es anders, der eine harmlos und lächerlich, der andere fabrizierte eine Welt, vor der uns heute gruseln würde. Die utopischen Entwürfe zogen sich durch die Jahrhunderte. Viele richteten enormes Leid an, wenn man versuchte, sie zu verwirklichen. Andere verstaubten in den Regalen.

Das utopische Zeitalter ist noch nicht zu Ende. Die Europäische Einigung ist eine der großen Utopien der heutigen Zeit. In der EU scheint sie sich zu verwirklichen. Viele erwarten sich davon, wie bei allen Utopien, die Erlösung von Zwängen und Problemen. Man plant am grünen Tisch eine Zukunft der Vernunft und des Heils, die sich, wie die erste Utopie, absetzt vom dunklen Mittelalter zuvor. Es ist schon erstaunlich, dass der Mensch über Jahrhunderte nichts dazu lernt. Nun also probieren wir auch diesen Weg aus, bis wir merken, dass der Mensch nicht vor sich selber davonlaufen kann und ihn das Böse immer wieder einholt, weil es zu seinem Menschsein gehört. Die EU wird uns nicht erlösen. Wer Erlösung will, soll in die Kirche gehen, aber nicht in die Politik.

China setzt Maßstäbe – Deutschland und Europa sind erstarrt

China macht es möglich: Schnellbahnstrecke von Wuhan nach Kanton. 1068 km in 3 Stunden. Die Deutsche Bahn braucht 20 Jahre nach der Wiedervereinigung von München nach Berlin noch immer über 6 Stunden für 600 km. Man stelle sich vor, die Bahn bräuchte von München nach Berlin nur 2 Stunden. Jetzt baut China eine Schell-Bahn, die trotz -40 Grad und Schneestürmen noch fährt. Unsere Bahn bleibt ja schon bei -5 Grad stehen. Ich nenne das nicht Größenwahn wie die “Welt”, sondern Leistung. Da könnten wir uns eine Scheibe anschneiden.

http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article111475975/Chinas-Groessenwahn-Der-kaelteste-Superzug-der-Welt.html

Nur Mut Europa!

Die Nationen in Europa haben mehr gemeinsam als sie trennt. Schon jetzt ist unser Kontinent in vielem jünger und dynamischer als Andere es sind. In den Medien wird es gerne anders dargestellt, die bringen aber immer nur ihren uralten Blickwinkel. Die gegenwärtige Krise ist eine Wachstumskrise und keine Zerfallskrise. Wir müssen selbstbewusster werden, unsere eigenen Kräfte mehr wahrnehmen und ihnen trauen.

Putin der Ketzer

Jetzt ist Putin schon 12 Jahre an der Macht. Nichts wäre natürlicher, als wenn er jetzt als geistig und körperlich verfetteteter Potentat eine ruhige Kugel schieben wollte. Ein Bonze, der nur noch an Machterhalt denkt. Putin hingegen kritisiert die herrschende Bürokratie, macht den Bonzen Druck, klagt die Missstände im Land an, redet Klartext. Er fährt ins Land hinaus, spricht mit den Menschen, will von unten mobilisieren.

Und was schreibt der Spiegel: Putin lügt, Putin ist am Ende, er tut nur so, er reagiert nur und das alles stimmt deshalb, weil es die Opposition sagt. Ich glaube nicht, dass Putin nur Theater spielt. Vor zehn Jahren hat er die politisierenden und korrupten Milliardäre in Russland entmachtet. Das war ein hohes Risiko, er ging es ein und hat sich durchgesetzt.

Putin hat sich damit als ein Mann erwiesen, der nicht nur redet. Man denke nur daran, wie schnell deutsche Politiker sich an die Macht gewöhnt haben und schon nach ein paar Jahren grau und ausgelaugt sind und gar nicht mehr den Mumm haben, zu den Menschen raus zu gehen. Da ist Putin ein anderes Kaliber. Er ist ein Ketzer, ein ständiges Ärgernis für alle Politiker in der Bequemzone.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/putin-kritisiert-die-medwedew-regierung-scharf-a-857238.html

Sparkassen jetzt contra EU

Die Sparkassen schreien auf in öffentlichen Anzeigen. Sie sehen Ihre Existenz durch die Aktionen der EU-Kommission bedroht. Ein gemeinsamer europäischer Einlagensicherungsfonds würde ihren Wettbewerbsvorteil zunichte machen. Jetzt werden Politik und Kunden mobilisiert. Ich frage, wie viele Geschäftsmodelle und Existenzen hat die EU-Politik bisher schon vernichtet? Die hatten halt keine große Lobby.

Jetzt geht es den Großen an den Kragen und die merken, dass die EU eben nicht das allumfassende Heilsprojekt ist, für das sie uns gerne von oben verkauft wird. Könnte es gar sein, dass es vielen nur darum geht, sich mit deutschem Geld zu sanieren? Diese Vermutung kommt jetzt sogar bei den Sparkassen auf. Noch viele weitere deutsche Organisationen/Institutionen werden in Zukunft jammern und wehklagen. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Sie haben Jahre geschwiegen und mitgeholfen, uns den Kopf vollzudaddeln. Wer zu spät kommt den bestraft Europa.