Inflation soll den Euro retten – Deutsche werden offiziell beruhigt – Briten bereiten sich auf Zusammenbruch vor

Den 29.November 2011 sollte man sich merken als den Tag, an dem in Europa die Notenpresse angeworfen wurde. Die Europäische Zentralbank hat bisher alles Geld, das sie in den Markt gepumpt hat, wieder zurück geholt. Trotz allen Aufforderungen doch endlich wie die US-Notenbank unbegrenzt Anleihen aufzunehmen und damit Geld zu drucken. Am Dienstag, 29.11.11. war es aber dann soweit. Die EZB wollte von den Banken 203,5 Mrd. Euro hereinholen, bekam aber nur 194,2 Mrd. Euro zurück. Der Rest blieb im Markt. Dieses Geld wurde sozusagen gedruckt, nicht mehr zurückgeholt und wird die Inflation befeuern.

Ein wichtiger Hinweis auf die Absichten der EZB ist auch die Tatsache, dass die Notenbank den Banken nur einen kärglichen Zinssatz von 0,62 Prozent geboten hat. Natürlich ist das wenig Motivation für die Banken, der EZB das Geld zu geben. Das weiß auch die EZB und darum kann man davon ausgehen, dass es Absicht war. Die EZB scheint nun klammheimlich den Weg der angelsächsischen Notenbanken gehen zu wollen und als Retter in der Not, „lender of last resort“, den kriselnden Euro mit dem Drucken von Geld stabilisieren zu wollen. Die US-Notenbank Fed hat z.B. im Rahmen ihrer „quantitativen Lockerung“ bereits umgerechnet unglaubliche 2 Billionen Euro in den Markt gepumpt. Irgendwann wird diese sinnlos im Markt befindliche Geldmenge durch Inflation vernichtet werden müssen. Nun soll diese Geldpolitik auch in Europa Einzug halten. Die Ersparnisse aller Bürgerinnen und Bürger sind damit in Gefahr. Der bekannte deutsche Wirtschaftswissenschaftler Lüder Gerken sieht eine Inflation von 10 Prozent kommen – und das ist noch eine vorsichtige Prognose.

Dabei ist es nicht das Problem, dass die Menschen ihr Geld formal verlieren. Die Summe des Geldes, das sie besitzen bleibt gleich, der Staat nimmt ihnen nichts weg, es wird nur viel weniger Wert sein. Für die Politik ist das sehr bequem, Niemandem wird durch höhere Steuern etwas weggenommen und trotzdem verringern sich die Schulden des Staates. Das Nachsehen hat der ehrliche Sparer.

Die britische Regierung rechnet mittlerweile offenbar mit einem Zusammenbruch des Euro und damit möglicherweise des gesamten Finanzsystems. Das Bruttoinlandsprodukt von Deutschland könnte sich halbieren und eine Massenarbeitslosigkeit auslösen. Die britischen Botschaften wurden angewiesen, Notfallpläne zu erstellen, um britische Bürger bei sozialen Unruhen in Sicherheit zu bringen. Kohl, Waigel und Merkel haben mit ihrer Euro-Politik wirklich ganze Arbeit geleistet.

Alles nicht so schlimm, versichert uns wieder einmal die deutsche politische Klasse. Diesmal haben sie Alt-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf vorgeschickt. Bei einem Vortrag im südafrikanischen Kapstadt erklärt er den Deutschen die Welt. Unnachahmlich wie er im bekannten altväterlichen BRD-Stil den dummen Schulbuben mal erklärt was Sache ist. Diese unmündigen Büblein sind wir Alle, so werden wir auch behandelt. Seine flapsigen, verharmlosenden Kommentare erinnern an Erick Honecker im Jahr 1989: „Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.“ Was dann kurz darauf passierte steht im Geschichtsbuch. Offenbar hat Kurt Biedenkopf Ambitionen, Erich Honecker nachzueifern.

Mit der Zauberkraft des Euro-Zentralismus löst man Biedenkopfs Meinung nach jede Krise. Natürlich, ein europäischer Macht- und Zentralstaat ist die einzige vorläufige „Lösung“ des Problems. Dieses Ringen ist jetzt im Gang. Niemand macht sich jedoch Gedanken, was da jetzt geschmiedet werden soll. Meine These ist aber, dass die Vereinigten Staaten von Europa ihren Gründern außer Kontrolle geraten werden und sie den Tag noch bereuen werden, an dem sie diesen Superstaat gründeten. Die Dynamik der Geschichte wird sie überrollen. Ganz abgesehen davon, dass auch die Allmacht Brüssels nicht in der Lage ist, ökonomische Gesetze aufzuheben. Hier werden wir alle Cent für Cent den Preis bezahlen müssen.

Zuerst erschienen auf The Intelligence:

http://theintelligence.de/index.php/wirtschaft/finanzen/3638-inflation-soll-den-euro-retten-deutsche-werden-offiziell-beruhigt-briten-bereiten-sich-auf-zusammenbruch-vor.html

Advertisements

3 Gedanken zu “Inflation soll den Euro retten – Deutsche werden offiziell beruhigt – Briten bereiten sich auf Zusammenbruch vor

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s