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Wie man es zum richtigen Verlierer bringt – Erfolg kann doch jeder

Erfolgreich sein kann doch jeder. So bringt man es aber zum richtigen Verlierer. Dr. Christian Weilmeier, Philosoph und Motivationstrainer, gibt Tipps, wie man es schafft, dass es steil abwärts geht, man alles verbockt und am Schluss als echte Niete dasteht.

Zum Video:

http://youtu.be/pd4RT6bqwNM

 

Achtung Comedy!


Euro-Kritik in der parteipolitischen Falle

Ich halte es für problematisch, dass die Euro-Kritik sich jetzt durch das Auftreten der Alternative für Deutschland AfD parteipolitisiert. Die Auswirkungen spüre ich schon und sie werden stärker werden. Euro-Kritik ist keine rein konservative oder liberale Angelegenheit. Auch viele Linke kritisieren das undemokratische und selbstherrliche Gebaren der Euro-Retter. Die Kritik am Eurowahn wird jetzt in die parteipolitische Kiste gesperrt, wo sie nicht hingehört. Man merkt, dass Parteien in ihrer alten Form nicht mehr recht in die Zeit passen. Sie verleiten einen dazu, an ideologischen Fronten zu kämpfen, die in der Welt außerhalb Deutschlands längst veraltet sind. Ich kann mich ideologisch in dieses enge Korsett nicht einordnen.

Die AfD entwickelt sich von ihrer Struktur her zu einer konservativen oder rechtsdemokratischen Partei. Es werden zum Euro noch weitere Themen hinzukommen, die aus dem konservativ-bürgerlichen Weltbild kommen. Die Kritik an den Euro-Rettungsversuchen bekommt damit eine bestimmte parteipolitische Farbe und Einordnung, die viele nicht mehr mitmachen können. Viele Euro-Kritiker kommen aus dem linken oder basisdemokratischen Lager, viele andere sind eher undogmatische Pragmatiker und wollen nicht für eine bestimmte Weltanschauung vereinnahmt werden. Das gilt auch für mich. Ich kritisiere seit Jahren öffentlich die verfehlten Euro-Rettungsmaßnahmen, bin aber kein Konservativer und auch kein Vertreter einer bürgerlich-behäbigen Gesinnung. Es ist eine verfehlte Entwicklung, die Euro-Kritik in eine Parteiform nach altem Muster zu zwängen.

Ich spreche jetzt gar nicht darüber, ob der Stil der AfD richtig ist. Mit rechthaberischer Faktenhuberei und professoraler Arroganz kommt man nicht weit. Es hat keinen Sinn über gebrochene Verträge und Versprechen zu greinen, sondern man muss mit beiden Beinen in der Wirklichkeit stehen. Die Welt dreht sich weiter. Es kann durchaus sein, dass der Bundesstaat Europa die einzige Chance ist, dass wir in Zukunft noch irgendwas in der Welt zu melden haben, dass wir nur durch einen europäischen Staat die Freiheit behalten, über unser Leben zu entscheiden. Es geht bei der Euro-Kritik nicht um Ja oder Nein zu Europa, sondern es geht darum, dass die Menschen kontrovers informiert werden, was die Optionen sind und dass dann eine Entscheidung fällt.

Ein Bundesstaat Europa wäre keine Zuckerschlecken. Wir hätten die Verantwortung einer Großmacht, bräuchten höhere Militärausgaben, einen schlagkräftigen Geheimdienst und wären in viele Konflikte verwickelt. Auch die inneren Spannungen in Europa wären enorm, bis so ein Staat zusammengewachsen ist. Kein ruhiges Leben, aber wenn es die Menschen wollen, dann kommt es. Jetzt geht es darum, die Politik daran zu hindern, die finanziellen Grundlagen dieses Europas zu zerstören. Jetzt geht es darum, den Menschen eine Wahl zu geben, jetzt geht es darum für ein demokratisches Europa zu kämpfen. Dafür braucht es Persönlichkeiten und keine veralteten Parteistrukturen. Für einen seichten Aufguss der 80er Jahre ist keine Zeit mehr, wir sollten das Publikum nicht mit diesem Gedöns langweilen.


Euro-Kartell enteignet die Sparer

Die Euro-Retter werfen den Euro-Kritikern vor, dass sie populistisch seien. Dabei sind die Euro-Retter doch die Ober-Populisten. Oder was soll die Behauptung, es gehe in Zypern nicht um eine Enteignung der Sparer, sondern nur um die Schwarzgeldkonten der russischen Oligarchen. Böser Russe, böser Milliardär, böses Schwarzgeld. Wenn das keine primitiven Feindbilder sind. Die Oligarchen werden nicht arm, wenn man ihnen ein paar Euro nimmt, aber die Masse der kleinen Sparer trifft es. Noch absurder: Zypern fördert ab 2017 Erdgas und hätte ein Drittel seiner Einnahmen an den ESM verpfändet. Die EU hat das abgelehnt. Anscheinend wollte sie um jeden Preis einen Probelauf zur Sparerenteignung machen.

Das Sagen in Europa haben nicht mehr die Bürger oder die von ihnen gewählten Repräsentanten in den Parlamenten, sondern ein Euro-Rettungskartell. Dieses setzt sich zusammen aus Regierungsvertretern, EU-Funktionären und internationalen Organisationen. Verantwortlich ist dieses Kartell nicht den Bürgern, sondern nur sich selbst und den Lobby-Gruppen, die sich dort Zugang verschaffen. Diese Lobby ist die Bank- und Finanzindustrie. Auch in Zypern kann man wieder beobachten, wie die Entscheidungen vor allem den Banken nutzen. Anstatt die Gläubiger zu belangen, also diejenigen, die mittels Anleihen den zypriotischen Banken Geld geliehen haben, werden die Spareinlagen einteignet. Die Sparer bekommen dafür nichts, nicht einmal Anteile an der Bank. Die Banken hingegen profitieren voll, denn die Herabsetzung der Depositenguthaben der Kunden bedeutet bilanziell eine Mehrung des Eigenkapitals der Banken. Super gelaufen für die Banklobby.

Warum werden nicht die Schuldigen der Krise belangt, sondern die Sparer? Ganz einfach, weil die Sparer nicht die Telefonnummer von Frau Merkel haben. Sie können sich nicht wehren, oder sagen wir besser, sie wollen sich bis jetzt nicht wehren. Die Politik verspielt immer mehr Vertrauen. Auch in Zypern waren Einlagen bis 100 000 Euro staatlich garantiert, wie bei uns. Über Nacht wurde dieser Rechtsanspruch mit einem Federstrich beseitigt. Wieder ein Rechtsbruch, wieder wurde gelogen, wieder wurden die Bürger abgezockt. Wenn das Euro-Rettungskartell damit in Zypern durchkommt, dann werden andere Länder folgen. Nichts ist mehr sicher, auch nicht in Deutschland. Die Rechtsordnung wird Stück für Stück demontiert. Wir erleben die Wende vom Rechtsstaat zum Machtstaat. Wer die Macht hat, der hat das Recht und die Macht hat der, der über Armee und Polizei verfügt. Punkt.

Soweit ist es mit uns gekommen. Die Wirkung des Euro auf unsere Gesellschaften und Demokratien ist vernichtend. Die Erfolge der Nachkriegszeit werden verheizt auf dem Altar der Euro-Religion. Ungeschoren bleibt nur die Finanzindustrie und die Politik, weil sie über die bewaffnete Macht verfügt. Das ist die bittere Wahrheit. Trotz allem Ärger bei den deutschen Bürgern, herrscht noch immer ein Grundvertrauen in die politische Klasse unseres Landes wegen der Erfolge der Nachkriegszeit. Dieses Grundvertrauen wird jetzt immer weiter verspielt. Wenn die Bürger am Ende den Mächtigen gar nichts mehr glauben, dann erkennen sie, dass der Kaiser nackt ist. Wie lange das dauert, weiß niemand. Zypern aber zeigt, dass sich die Mächtigen offenbar so sicher fühlen, dass sie nicht einmal mehr eine Beruhigungsstrategie fahren. Die Einschläge kommen näher, es wird Zeit den Gehörschutz abzunehmen.


Rettungspaket für Zypern – Ein Probelauf

Wieder ein Rettungspaket, diesmal für Zypern. Jetzt müssen dort auch die privaten Kontoinhaber mit einer Zwangsabgabe blechen. Geschieht denen recht, werden viele denken. Die da in Zypern. Was schert mich das. Die Regierenden freut’s. Sie machen in Zypern einen netten Probelauf. Wenn es gilt den Frieden in Europa zu retten, oder wie immer man das aufblasen wird, dann drohen sicher auch in Deutschland Zwangsabgaben für private Kontoinhaber. Zusätzlich zu den höheren Steuern, steigenden Abgaben, Bargeldverboten etc., die ja ohnehin kommen, um das ganze Euro-Spektakel zu bezahlen. Die Einschläge kommen näher. Es wird Zeit, den Gehörschutz abzunehmen.


Bankenunion und der EU-Absolutismus

Diese Woche wird die EU wohl eine zentrale Bankenaufsicht beschließen. Daraus wird schon bald die Bankenunion folgen. Ein weiterer Schritt in die Zentralisierung. Die EU baut sich zum Superstaat aus, als wäre sie ein Verein von absoluten Monarchen. Man agiert im Stile von Ludwig XIV. Der gerne bemühte Vergleich mit den USA ist völliger Quatsch. Die USA entstanden aus einer Revolution. Die Gründung hatte eine Basis im Volk. Man wird sehen, ob ein Staat überlebensfähig ist, der in einem Überraschungscoup ohne die Bevölkerung gegründet wird.


Die EU, das moderne Utopia

Die Neuzeit begann mit den großen Utopien, wie z.B. Thomas Morus “Utopia”. Dort malte man sich eine Welt aus, wie man sie sich als Idealziel vorstellte. Im Gegensatz zum angeblich dunklen Mittelalter zuvor. Geplant von der Vernunft, ersonnen am grünen Tisch. Jeder machte es anders, der eine harmlos und lächerlich, der andere fabrizierte eine Welt, vor der uns heute gruseln würde. Die utopischen Entwürfe zogen sich durch die Jahrhunderte. Viele richteten enormes Leid an, wenn man versuchte, sie zu verwirklichen. Andere verstaubten in den Regalen.

Das utopische Zeitalter ist noch nicht zu Ende. Die Europäische Einigung ist eine der großen Utopien der heutigen Zeit. In der EU scheint sie sich zu verwirklichen. Viele erwarten sich davon, wie bei allen Utopien, die Erlösung von Zwängen und Problemen. Man plant am grünen Tisch eine Zukunft der Vernunft und des Heils, die sich, wie die erste Utopie, absetzt vom dunklen Mittelalter zuvor. Es ist schon erstaunlich, dass der Mensch über Jahrhunderte nichts dazu lernt. Nun also probieren wir auch diesen Weg aus, bis wir merken, dass der Mensch nicht vor sich selber davonlaufen kann und ihn das Böse immer wieder einholt, weil es zu seinem Menschsein gehört. Die EU wird uns nicht erlösen. Wer Erlösung will, soll in die Kirche gehen, aber nicht in die Politik.


Das Vereinte Europa wird keine vergrößerte BRD

Jetzt erkennt man, dass die EZB keine zweite Bundesbank ist. Sie entwickelt einen eigenen Charakter, die deutsche Tradition ist da nur ein Element. Wie das am Ende aussieht, weiß niemand. EZB-Chef Draghi verkündet: “Der Euro ist unumkehrbar.” Es werde alles getan, um ihn zu retten. Natürlich wird das die EZB tun, denn ohne Euro auch keine EZB.

Es passiert das, was ich immer schon den Leuten sage, die unbedingt den Euro-Bundesstaat wollen: Wenn er kommt, dann wird er eine Eigendynamik entwickeln, die nicht steuerbar ist. Der Euro-Staat ist keine vergrößerte BRD. Dieses Gebilde wird seinen Schöpfern über den Kopf wachsen. Ein Vielvölkerstaat Europa wird viel fragiler sein und anfälliger für politische Krisen als die BRD. Um die Massen zu bewegen wird die Politik immer holzschnittartiger argumentieren müssen. Ein Eldorado für polyglotte, krisen- und risikoaffine Entertainer. Viel Spaß damit ihr BRD-Pofallas. Der Austausch der classe politique kommt sowieso, entweder weil der Euro scheitert oder weil er erfolgreich ist.


PR-Kampagne “Ich will Europa”: gefällige Bilder, gefühlige Slogans, moralischer Druck

“Ich will Europa”. Das ist doch wieder mal eine dieser politischen PR-Kampagnen, die auf gefällige Bilder und gefühlige Slogans setzen. Politiker mit PR-gestalteter Autoritätsaura vermitteln uns mit Parolen aus der PR-Retorte ein schlechtes Gewissen. Wenn wir Europa nur tief im Herzen wirklich wollen, dann geschieht es auch. Es geschieht jetzt nicht, also wollen wir bösen Menschen es noch nicht stark genug.

Finanztechnik und Fehlentscheidungen auf politischer Ebene und bei den Banken haben da natürlich nie eine Rolle gespielt. Dieses aus dem tiefen Innern hervorquellende Wollen, das die Welt verändert, das ist eine alte deutsche Denkrichtung, aufgrund der schon viel Unsinn verzapft wurde. So nach dem Motto: Europa kann man nur mit dem Herzen richtig sehen, sagt uns der Oberstudienrat in der schönen Anzeige. Wie gehabt. Die alte Gouvernante Staat ruft uns zur Ordnung und drückt auf die Tränendrüse.


Star-Ökonom Nouriel Roubini: Zusammenbruch des Euro ist unvermeidlich

Star-Ökonom Nouriel Roubini sieht einen Zusammenbruch des Euro als unvermeidlich an. Retten könne man ihn nicht mehr, dafür seien die Voraussetzungen zu schlecht. Jetzt ginge es nur noch darum, ob man die Währungsunion gleich auflöst und damit zumindest die EU und den Binnenmarkt rettet oder ob alles scheitert. Roubini fragt, ob die EU-Regierungen wirklich das Haus riskieren, um die Garage zu retten.

Ich sage, ja das tun sie. Sie haben sich ideologisch zu sehr verrannt, ganze Politikergenerationen sind darauf geeicht. Die können nicht einfach auf den Knopf drücken und dann eine nationalstaatliche Politik machen. Sie werden es so lange hinauszögern, wie es geht, und dann wird es einen ungeordneten Zusammenbruch geben. Wie lange das noch dauert, weiß niemand. Aber dass es so kommt, ist wahrscheinlich. Dann haben unsere feinen Eliten innerhalb von 15 Jahren das europäische Projekt ruiniert. Dann müssen wir wieder von vorne anfangen. Die Idee Europa lebt weiter und wird sich anders durchsetzen.

Droht nun der “Rückfall” in den Nationalstaat? ”Rückfall” ist ein Begriff, der den Fortschritt voraussetzt. Die Geschichte als Phantasmagorie eines Zeitstrahls von der dunklen Vergangenheit in die lichte Zukunft. Das sind alles Schemen aus der Mottenkiste des 19. Jahrhunderts. Die Geschichte kennt kein Vor und Zurück. Was passiert, wird nur von interessierter Seite danach dann entlang dieses Musters eingeordnet. Zudem ist ein Begriff wie “Rückfall” irrational emotional aufgeladen und damit für eine offene politische Debatte untauglich. Niemand spricht ja auch von einem Rückfall ins vornationale Mittelalter, der uns durch die EU drohe. Entscheidend ist einzig, wie wir es zu unseren Lebzeiten schaffen, den Menschen ein würdiges Leben zu ermöglichen. Zur Würde gehört die Freiheit, die Selbsbestimmung des eigenen Schicksals, die Gerechtigkeit im Umgang miteinander, körperliche Unversehrtheit, eine faire Wirtschaftsordnung usw. Wenn die EU-Politik so weitermacht, verletzt sie alle diese Werte und dann ist an dieser politischen Richtung Grundsatzkritik zu üben. Zur Not muss dann eben vorübergehend wieder mit dem Nationalstaat regiert werden. Im Mittelpunkt steht immer der Mensch und nicht ein ideologisches Konzept von der Zukunft. Das ist der Maßstab für politisches Handeln.


Europa hat Zukunft

Jetzt gibt es also den “NamhaftenÖkonomenAppell” an Kanzlerin Merkel. Ziel ist es eine EU-Bankenunion zu verhindern. Das ist genauso unlogisch wie inkonsequent. Wer für den Euro-Bundesstaat ist, der muss auch für die Bankenunion sein, oder man legt ein klares anderes Konzept vor. Bloße Sach-Appelle an die Kanzlerin bringen nichts. In der EU herrscht nicht mehr die ökonomische Logik, sondern die Angst. Gesamtmetallchef Kannegiesser ist da heute konsequenter. Er fordert eine echte Währungsunion aus Deutschland, Benelux und Skandinavien ohne Frankreich. Endlich anerkennt jemand die Realitäten, der erste Weg zur Besserung. Europa hat eine Zukunft, aber nicht in dem Stil wie bisher.

Quellen:

http://www.welt.de/wirtschaft/article107822569/Wir-waren-noch-nicht-reif-fuer-den-Euro.html

http://www.welt.de/wirtschaft/article107910014/Oekonomen-rebellieren-gegen-EU-Gipfel-Beschluesse.html


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