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Wie man es zum richtigen Verlierer bringt – Erfolg kann doch jeder

Erfolgreich sein kann doch jeder. So bringt man es aber zum richtigen Verlierer. Dr. Christian Weilmeier, Philosoph und Motivationstrainer, gibt Tipps, wie man es schafft, dass es steil abwärts geht, man alles verbockt und am Schluss als echte Niete dasteht.

Zum Video:

http://youtu.be/pd4RT6bqwNM

 

Achtung Comedy!


Die EU, das moderne Utopia

Die Neuzeit begann mit den großen Utopien, wie z.B. Thomas Morus “Utopia”. Dort malte man sich eine Welt aus, wie man sie sich als Idealziel vorstellte. Im Gegensatz zum angeblich dunklen Mittelalter zuvor. Geplant von der Vernunft, ersonnen am grünen Tisch. Jeder machte es anders, der eine harmlos und lächerlich, der andere fabrizierte eine Welt, vor der uns heute gruseln würde. Die utopischen Entwürfe zogen sich durch die Jahrhunderte. Viele richteten enormes Leid an, wenn man versuchte, sie zu verwirklichen. Andere verstaubten in den Regalen.

Das utopische Zeitalter ist noch nicht zu Ende. Die Europäische Einigung ist eine der großen Utopien der heutigen Zeit. In der EU scheint sie sich zu verwirklichen. Viele erwarten sich davon, wie bei allen Utopien, die Erlösung von Zwängen und Problemen. Man plant am grünen Tisch eine Zukunft der Vernunft und des Heils, die sich, wie die erste Utopie, absetzt vom dunklen Mittelalter zuvor. Es ist schon erstaunlich, dass der Mensch über Jahrhunderte nichts dazu lernt. Nun also probieren wir auch diesen Weg aus, bis wir merken, dass der Mensch nicht vor sich selber davonlaufen kann und ihn das Böse immer wieder einholt, weil es zu seinem Menschsein gehört. Die EU wird uns nicht erlösen. Wer Erlösung will, soll in die Kirche gehen, aber nicht in die Politik.


EU-Gipfel: Schönheitsoperation am offenen Herzen

Nun tagt er wieder, der EU-Gipfel. Die Mächtigen geben sich wieder mächtig wichtig und kompetent und natürlich demonstrativ gelassen und abgeklärt. Wirtschaftswachstum heißt jetzt die Parole. Griechenland und der Euro sind gerettet, nachdem die Europäische Zentralbank EZB binnen 2 Monaten 1 Billion Euro in den Markt gepumpt hat. So wird uns das zumindest verkauft. Und wer da Angst vor der Inflation hat, dem machen die graumelierten Herren in den grauen Anzügen schnell klar, dass man das Geld ja flugs der Wirtschaft wieder entziehen könne. Alles sei dann wieder fix und paletti. Wer was anderes behauptet sei ein Graumaler, pardon Schwarzmaler und Nörgler und überhaupt jemand der die rosige Lage erst kaputt rede. Am Aufbaujournalismus beteiligen sich auch gern die etablierten Großmedien, die ja immer wieder schöne Interviews von ihren politischen Matadoren wollen und deshalb gerne als Hofschranzen agieren und das Berichterstattung nennen.

Nur als kleines Detail am Rande. Die 1 Billion Euro wurde von der EZB auf 3 Jahre vergeben und nicht wie früher für wenige Monate. Daher kann das Geld bei beginnender Inflation gerade nicht mehr zurückgeholt werden. Nur ein Element dieses windschiefen Propagandabaus, errichtet von den Ingenieuren der europäischen Korrektheit. Alles schwarz errichtet, ohne Zustimmung der Bürger. Klar, man weiß was man seiner politischen Familie schuldig ist. Ob der ganze Schwarzbau irgendwann zusammenbricht, das interessiert diese Damen und Herren nicht die Bohne. Sie haben sich dann schon ihren Ehrensold genehmigt und schreiben ihre Memoiren in der Karibik.

Wie Helmut Kohl, dieser Untote der deutschen Politik. Diese Woche ist er aus seinem Grab auferstanden und zeigte mit seinem Bimbes-Finger auf die Euro-Kritiker. Europa ist Frieden, Europa ist die Zukunft, der Euro ist wahr und alles ist gut was aus dem Munde des Oggersheimers nach außen aufsteigt. Und schon stehen sie stramm die Jungspontis von der Springer-Presse und die Europaunion jubelt und huldigt der Mutter aller Weisheiten: Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.

Nein, Europa ist nicht die Geisel des Kapitalismus und die USA sind auch nicht die Geißel der europäischen Lebensart. Es ist auch nicht Putin, der durch die Lande geistert und als grimmiger KGB-Macho die Freiheit Europas bedroht. Er sind die Politiker, die ein Jahrtausende altes Europa von der Existenz einer Papierwährung abhängig machen, entstanden auf den Reißbrettern von Möchtegern-Historikern zwischen Brüssel und Oggersheim. Die politische Klasse hat die Definitionsmacht an sich gerissen über das was Europa ist. Sie bauen ein Europa der Eliten, das Europa der Bürger verstaubt in den Tiefen von EU-Kommissionsberichten, in denen es regelmäßig beschworen wird als Feigenblatt einer autoritären Politik.

Das Herz Europas liegt offen und verwundet da. Und anstatt, dass sich ein echter Arzt findet, pfuschen die Medizin-Azubis nur daran herum. Alles was sie zustande bekommen ist eine Schönheitsoperation am offenen Herzen, die Drapierung ihres politischen Versagens.


Aktion der Notenbanken schwächt Euro und stärkt Dollar

Die gemeinsame Aktion der Notenbanken, um die Märkte mit mehr Liquidität auszustatten wird als Unterstützung des Euro ausgegeben. Das ist nur PR. Im Kern wird der Dollar gestärkt und der Euro geschwächt.

Nun haben sie wieder gehandelt die wichtigsten Notenbanken der Welt aus den USA, der EU, Kanada, Großbritannien, Japan und der Schweiz. In den Medien heißt es unisono, der Markt sei mit Liquidität versorgt worden. Jetzt sei mehr Geld im Markt und das schaffe Sicherheit. Die Börsen und viele Experten bejubeln die Entscheidung. Beim genaueren Hinsehen, kommen einem aber Zweifel.

Es geht bei der Aktion offiziell gesprochen darum, den Banken einen leichteren Zugang zu Fremdwährungskrediten zu verschaffen.  Banal gesagt, sollen die Geschäftsbanken leichteren Zugang zum Dollar erhalten. Dollar-Kredite sind notwendig zur Durchführung großer Industrievorhaben und zudem wurden in Euro lautende Anleihen immer weniger vorm Markt akzeptiert. Fazit: Der Euro hat kein Ansehen mehr, die Banken brauchen Dollars und die bekommen sie jetzt.

Der Schritt der Notenbanken ist also in Wirklichkeit keine Unterstützung des Euro, sondern dessen Relativierung und wird die Euro-Währung wieder ein Stück aus dem Markt drängen. Dass im Gegenzug auch außerhalb des Euro-Raums der Zugang zum Euro erleichtert werden soll ist reine Augenwischerei. Den will ja keiner. Das ist nur ein Zugeständnis an die Europäische Zentralbank EZB, damit die ihr Gesicht wahren kann.

Die großen Konzerne und Banken sichern sich jetzt ab, dass ihr Geschäft weiterläuft, falls notwendig ohne Euro. Dafür werden jetzt schon klammheimlich die Voraussetzungen geschaffen. Nach außen wird das schlau als Hilfe für den Euro verkauft.


Inflation soll den Euro retten – Deutsche werden offiziell beruhigt – Briten bereiten sich auf Zusammenbruch vor

Den 29.November 2011 sollte man sich merken als den Tag, an dem in Europa die Notenpresse angeworfen wurde. Die Europäische Zentralbank hat bisher alles Geld, das sie in den Markt gepumpt hat, wieder zurück geholt. Trotz allen Aufforderungen doch endlich wie die US-Notenbank unbegrenzt Anleihen aufzunehmen und damit Geld zu drucken. Am Dienstag, 29.11.11. war es aber dann soweit. Die EZB wollte von den Banken 203,5 Mrd. Euro hereinholen, bekam aber nur 194,2 Mrd. Euro zurück. Der Rest blieb im Markt. Dieses Geld wurde sozusagen gedruckt, nicht mehr zurückgeholt und wird die Inflation befeuern.

Ein wichtiger Hinweis auf die Absichten der EZB ist auch die Tatsache, dass die Notenbank den Banken nur einen kärglichen Zinssatz von 0,62 Prozent geboten hat. Natürlich ist das wenig Motivation für die Banken, der EZB das Geld zu geben. Das weiß auch die EZB und darum kann man davon ausgehen, dass es Absicht war. Die EZB scheint nun klammheimlich den Weg der angelsächsischen Notenbanken gehen zu wollen und als Retter in der Not, „lender of last resort“, den kriselnden Euro mit dem Drucken von Geld stabilisieren zu wollen. Die US-Notenbank Fed hat z.B. im Rahmen ihrer „quantitativen Lockerung“ bereits umgerechnet unglaubliche 2 Billionen Euro in den Markt gepumpt. Irgendwann wird diese sinnlos im Markt befindliche Geldmenge durch Inflation vernichtet werden müssen. Nun soll diese Geldpolitik auch in Europa Einzug halten. Die Ersparnisse aller Bürgerinnen und Bürger sind damit in Gefahr. Der bekannte deutsche Wirtschaftswissenschaftler Lüder Gerken sieht eine Inflation von 10 Prozent kommen – und das ist noch eine vorsichtige Prognose.

Dabei ist es nicht das Problem, dass die Menschen ihr Geld formal verlieren. Die Summe des Geldes, das sie besitzen bleibt gleich, der Staat nimmt ihnen nichts weg, es wird nur viel weniger Wert sein. Für die Politik ist das sehr bequem, Niemandem wird durch höhere Steuern etwas weggenommen und trotzdem verringern sich die Schulden des Staates. Das Nachsehen hat der ehrliche Sparer.

Die britische Regierung rechnet mittlerweile offenbar mit einem Zusammenbruch des Euro und damit möglicherweise des gesamten Finanzsystems. Das Bruttoinlandsprodukt von Deutschland könnte sich halbieren und eine Massenarbeitslosigkeit auslösen. Die britischen Botschaften wurden angewiesen, Notfallpläne zu erstellen, um britische Bürger bei sozialen Unruhen in Sicherheit zu bringen. Kohl, Waigel und Merkel haben mit ihrer Euro-Politik wirklich ganze Arbeit geleistet.

Alles nicht so schlimm, versichert uns wieder einmal die deutsche politische Klasse. Diesmal haben sie Alt-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf vorgeschickt. Bei einem Vortrag im südafrikanischen Kapstadt erklärt er den Deutschen die Welt. Unnachahmlich wie er im bekannten altväterlichen BRD-Stil den dummen Schulbuben mal erklärt was Sache ist. Diese unmündigen Büblein sind wir Alle, so werden wir auch behandelt. Seine flapsigen, verharmlosenden Kommentare erinnern an Erick Honecker im Jahr 1989: „Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.“ Was dann kurz darauf passierte steht im Geschichtsbuch. Offenbar hat Kurt Biedenkopf Ambitionen, Erich Honecker nachzueifern.

Mit der Zauberkraft des Euro-Zentralismus löst man Biedenkopfs Meinung nach jede Krise. Natürlich, ein europäischer Macht- und Zentralstaat ist die einzige vorläufige “Lösung” des Problems. Dieses Ringen ist jetzt im Gang. Niemand macht sich jedoch Gedanken, was da jetzt geschmiedet werden soll. Meine These ist aber, dass die Vereinigten Staaten von Europa ihren Gründern außer Kontrolle geraten werden und sie den Tag noch bereuen werden, an dem sie diesen Superstaat gründeten. Die Dynamik der Geschichte wird sie überrollen. Ganz abgesehen davon, dass auch die Allmacht Brüssels nicht in der Lage ist, ökonomische Gesetze aufzuheben. Hier werden wir alle Cent für Cent den Preis bezahlen müssen.

Zuerst erschienen auf The Intelligence:

http://theintelligence.de/index.php/wirtschaft/finanzen/3638-inflation-soll-den-euro-retten-deutsche-werden-offiziell-beruhigt-briten-bereiten-sich-auf-zusammenbruch-vor.html


Das furchtbare Erbe des Euro

Halten wir es vor der Geschichte fest. Die Einführung der Euro fand gegen den Willen der Völker in Europa statt. Es wurden sogar mehrere klare Volksentscheide ignoriert. Die Politiker sagten uns, der Euro sei notwendig, um Frieden und Wohlstand zu erhalten. Ohne den Euro drohten Krieg und Armut. Helmut Kohl und Theo Waigel waren die Einflüsterer in Deutschland, die ihren Willen brachial umsetzten.

Nun haben wir den Euro und das ist die Folge:

-          Die finanzielle Kernschmelze erreicht nun Länder wie Österreich, Frankreich, Finnland oder die Niederlande. Auch deren Anleihen schenken die Märkte immer weniger Vertrauen. Nur noch Deutschland bleibt ungeschoren. Noch! Die ominöse Flucht ins Kerneuropa, wie Finanz-Prediger Schäuble sie will, ist eine Chimäre.

-          Der Euro-Rettungsfonds hat offenbar versagt, die Märkte vertrauen den Aktionen der Euro-Politiker nicht mehr. Als letzte Maßnahme bleibt nur noch, dass die Europäische Notenbank EZB sich bereit erklärt, unbegrenzt Schuldpapiere zu einem bestimmten Prozentsatz aufzukaufen. Die Märkte könnten dann die Zinsaufschläge hochtreiben, die EZB würde das ausgleichen. Der unbegrenzte Aufkauf von Schuldpapieren ist aber nichts anderes als das Drucken von Geld. Die Notenpresse als letzte Zuflucht.

-          In Italien hat selbst nach Meinung des Handelsblatts ein „stiller Putsch“ stattgefunden. Ein „politisches Kartell“ hätte die Macht ergriffen, der „Totalbankrott der Politik“. Nun drohen womöglich noch in anderen Ländern Technokarten-Putsche und die Bürger werden an den Rand gedrückt.

Eine verheerende Bilanz, ein furchtbares Erbe des Euro. Man erkennt unseren Kontinent kaum mehr wieder. Es herrschen chaotische Zustände wie nach einem Krieg. Unglaublich, was da angerichtet wurde von oberlehrerhaften politischen Eliten, die ständig von sich behaupten, aus der Geschichte gelernt zu haben.

Das Schlimme ist, dass die angebotenen Lösungen keine sind. Was ist denn die Folge, wenn die EZB alle Schuldpapiere aufkauft und damit massenhaft Geld druckt? Die Schuldenländer haben keine Veranlassung mehr, sich ins Zeug zu legen. Der Schlendrian kommt wieder. Wer riskiert denn seinen Kopf wegen Sparmaßnahmen, wenn es auch bequemer geht. Die Zeche dafür zahlt als Folge allein Deutschland in Form von Inflation. Diese trifft besonders die Unter- und Mittelschicht. Die Spargroschen der Bürgerinnen und Bürger werden aufgefressen. Die Reichen finden sicher wieder einen Weg, um dieser Entwicklung einigermaßen zu entkommen, aber nicht der Normalbürger. Viele Wirtschaftsexperten, wie Thomas Straubhaar, Präsident des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, meinen, die EZB sollte diese unbegrenzte Garantie übernehmen. Allein das schon würde die Märkte beeindrucken, so dass die Notenbank nie Geld drucken müsste. Dieses Markt-PR-Denken verfolgt uns schon seit dem Beginn der Euro-Krise und hat sich bisher immer als falsch erwiesen. Auch der Europäische Rettungsfonds sollte so eine Beeindruckungsmaschine sein. Es hat nichts geholfen. Die Märkte werden wie bisher schon alle Versprechungen gnadenlos austesten. Sie werden auch die EZB auf den Prüfstand stellen und wenn die Notenbank Geld druckt, dann werden die Märkte sagen, das sei unseriös und ein weiterer Grund dem Euro nicht zu trauen. So dreht sich die Krisenspirale weiter und weiter.

Jetzt bedroht die Euro- und Schuldenkrise auch die demokratische Struktur der Mitgliedsstaaten. Und dies nicht mehr nur abstrakt. In Italien können wir das beobachten. Das Kabinett der Technokraten um Mario Monti  wird nicht vorübergehend regieren, wie bisher gedacht, sondern bis zum Ende der Legislaturperiode. Es ist kein Kabinett des Volkes, sondern ein Präsidialkabinett, beauftragt vom italienischen Präsidenten. Wer aus der Geschichte lernen will, der sollte vor allem das lernen: Wer die Demokratie gering achtet und meint in der Krise darauf verzichten zu können, der bahnt den Weg für das Unheil. Jetzt kommt es darauf an, die demokratischen Rechte zu stärken, die Bürger zu informieren, sie mitzunehmen und mit ihnen gemeinsam den Weg aus der Krise zu finden. Wir brauchen Politiker, die das im Kreuz haben und von vorne führen.

Zuerst veröffentlicht auf The Intelligence:

http://theintelligence.de/index.php/politik/eu-europaeische-union/3562-das-furchtbare-erbe-des-euro.html


Prof. Stefan Homburg prophezeit Zusammenbruch des Euro

Extrem düsteres Szenario des bekannten Prof. Homburg: Der Euro werde definitv zusammenbrechen, dann komme eine gigantische Inflation die alle enteignet, die jetzt noch was haben. Gold und Immobilien seien keine Rettung, denn der Staat werde sich per Notstandsrecht alles holen und enteignen. Auch wenigen Monate vor der Währungsreform 1948 glaubten die Deutschen noch, ihr Geld sei sicher. Jetzt erlägen wir dem gleichen Irrglauben. Hoffnung habe nur der, der sich zu einer buddhistischen Lebensweise bekehre und allem materiellen Besitz entsage. Für alle anderen sehe er schwarz. Ein Finanzprofessor, dem angesichts der Krise nur noch Sarkasmus bleibt.

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/geld/streit-um-die-gemeinschaftswaehrung-der-euro-wird-zusammenbrechen-1.1151907


Europäische Börsen im Abwärtstrend – Kreditwürdigkeit der USA verschlechtert

Nach Standard & Poor’s sowie Moody’s erhöht nun die Ratingagentur Fitch den Druck auf die US-Finanzpolitik. Die USA könnten die höchste Bonitätsnote “AAA” einbüßen, wenn die Schuldenobergrenze nicht rechtzeitig angehoben werde. Noch sind es nur Warnungen der bekannten und einflussreichen Rating-Agenturen. Falls aber den Warnungen Taten folgen und die Kreditwürdigkeit der USA tatsächlich herabgestuft wird, dann sähe es düster aus, nicht nur für die USA, sondern auch für die Weltwirtschaft insgesamt. Eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit bedeutet, dass die Aufnahme von Krediten teurer und evtl. sogar schwieriger wird. Je schlechter das Rating eines Schuldners, desto höhere Zinsen muss er bezahlen, will er sich Geld leihen. Die höheren Zinsen sind ein Risikoaufschlag, weil bei einem schlecht bewerteten Schuldner natürlich die Rückzahlung gefährdeter ist als bei einem guten Schuldner. Höhere Zinsen zahlen zu müssen, wäre für den Schuldenweltmeister USA ein harter Schlag und könnte auch die Weltwirtschaft in Gefahr bringen.

Die drohende Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit belastet zunehmend auch die Börsen in Europa. Dazu kommen Sorgen um die Konjunktur in den USA und natürlich die Euro-Schuldenkrise. Ein Cocktail, der den Anlegern zunehmend unangenehm schmeckt. Es grenzt fast schon an ein Wunder, dass sich die Börsen überhaupt so lange gegen die widrigen Umstände resistent zeigten. Das liegt natürlich an dem noch herrschenden Wirtschaftsaufschwung, aber auch an dem Mangel an attraktiven Möglichkeiten zur Kapitalanlage. Die Zinsen in Euro-Land sind niedrig, da investiert so mancher in Aktien und hofft dort auf etwas Rendite. Die Skepsis aber steigt und wird weiter steigen. Es ist schwer vorstellbar, dass vor dem Hintergrund der Schuldenkrise und unsoliden Wirtschaftens der Regierungen der Aufschwung noch lange weitergeht. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) berechnete Index zur Konjunkturerwartung ist jüngst um 6,5 Punkte auf 7,6 Zähler gefallen. Ein Signal, dass die Schuldenkrise irgendwann auf die Märkte durchschlägt. Da werden auf Dauer die Beruhigungsfloskeln der Notenbanken kaum helfen.

Wie jede Woche ist auch diesmal Griechenland für Schlagzeilen gut. Jetzt ist klar, dass das erste Hilfsprogramm in Höhe von 110 Mrd. Euro das Land nicht retten konnte. Man glaubt nicht mehr, dass die Hellenen 2012 schon wieder auf die Beine kommen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will eine Umschuldung Griechenlands unter Einbeziehung privater Schuldner. Frankreich lehnt dies ab, um die eigenen Banken zu schützen.  Das muss eine herbe Enttäuschung sein für den so frankophilen Bundesfinanzminister. Eine Umschuldung würde bedeuten, dass die Schuldner auf Teile der Schulden verzichten bzw. die Rückzahlung strecken. Es ist eigentlich nicht einzusehen, warum private Gläubiger nicht auch einen Teil der Lasten schultern sollten. Neu ist, dass die Europäische Zentralbank EZB ihre harte Ablehnung einer griechischen Umschuldung relativiert. EZB-Chef Jean-Claude Trichet spricht dabei nicht von einer generellen Umschuldung, sondern bezieht sich auf eine begrenzte Schuldenstreckung. Es ist ein Kompromissangebot, eine Wendung die aufhorchen lässt. In jedem Fall wird es nun aber ein zweites Hilfsprogramm für Griechenland geben. Die Verhandlungen laufen bereits. Abwarten, ob die Strategen in den europäischen Hauptstädten in der Lage sind, das unkontrollierte Abrutschen Griechenlands in den Griff zu bekommen.

Da fragt man sich, wie eigentlich das Thema „Euro-Krise“ bei den Menschen ankommt. Ich habe mich dazu mal umgehört in Landshut. Die Stadt ist Teil der Metropolregion München und besitzt eine gut situierte bürgerliche Struktur. Keine Superreichen, aber alle können hervorragend leben. Das liegt auch an der hohen Präsenz des öffentlichen Dienstes dort und am Werk eines großen Automobilkonzerns. Die „Euro-Krise“ ist in der Stadt nicht wirklich präsent, bestenfalls noch das Thema Inflation. Es gibt eben keine Existenzsorgen. Wer als Automobilarbeiter 50 000 EUR oder mehr im Jahr verdient, der muss nicht so schnell zittern. Andreas Breiteneicher von FP Finanzpartner AG wundert das nicht. Der Normalbürger finanziere sein Haus, lege sich Versicherungen zu, der hätte nicht viel Bargeld übrig, um das er sich Sorgen machen müsse. Nur bei Leuten, die ein paar hunderttausend Euro anzulegen hätten, sieht er ein gesteigertes Interesse. Oder bei Menschen, deren Arbeitsplatz unsicher ist, weil die auf ihren Spargroschen existenziell angewiesen seien. Darüber hinaus Menschen zwischen 50 und 65, die als Rentner Bargeld halten wollen und deshalb nicht mehr alles Geld in Immobilien stecken.

In einer Hochburg der Etablierten wie Landshut ist das Bewusstsein der Krise also trotz der öffentlichen Debatte noch nicht angekommen. Ein interessanter Lackmustest, aber nicht mehr. Es gibt ja noch ganz andere Gegenden in Deutschland. Eine seltsame Allianz des Krisenbewussteins: Reiche und ökonomisch Gefährdete versus etabliertes Bürgertum.

Der Artikel ist zuerst erschienen in The Intelligence:

http://www.theintelligence.de/index.php/politik/kommentare/2776-europaeische-boersen-im-abwaertstrend-us-kreditwuerdigkeit-verschlechtert.html


Selbst Springer-Presse sieht nun das Ende des Papiergeldes

Auch Mainstream-Investoren kehren mittlerweile dem Papiergeld den Rücken und sogar Springers “Welt” glaubt jetzt an den Zusammenbruch des Finanzsystems incl. Inflation und Währungsreform. Dabei sind die Privatleute noch gar nicht aufgewacht, Gold und Silber kaufen vor allem die Großen.

Die Royal Bank of Scotland in London prophezeit das Ende des Papiergeldes, die Deutsche Bank sieht das Gold bei 2000 Dollar pro Unze. Ich fühle mich dadurch in meiner Kritik an Euro und Banken bestätigt. Es geht ums Ganze.

Quelle:

http://www.welt.de/finanzen/article13224189/Sterbendes-Papiergeld-treibt-Anleger-zum-Gold.html


Angst vor Inflation: Run auf das Gold in den USA

In den USA wird der Widerstand gegen die Inflationspolitik der Notenbank Fed immer stärker. Zahlreiche Bundesstaaten wollen wieder einen Goldstandard einführen. Politische Netzwerke und Medien mobilisieren und organisieren sich in einer Graswurzelbewegung.

Auch das ist Amerika. Die Gesellschaft dort hat immer wieder die Kraft, Widerstand zu organisieren und dafür Öffentlichkeit herzustellen. Das erinnert an die US-Populistenbewegung vor über 100 Jahren gegen korrupte Parteien und Gouverneure. Damals wurden z.B. die Volksabstimmungen eingeführt. Hier kann sich die erstarrte deutsche Polit-Kultur ein Beispiel nehmen.

Quelle:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,753253,00.html


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